Herbstpokal des TC fez im Sportforum Berlin, 26.10.2013

Für die vollständig angetretenen TCO-Wettkämpfer/innen im FS eine erste Standortbestimmung nach (allzu) langer Sommerpause, bei nach wie vor gewöhnungsbedürftigem Wettkampfprogramm mit Sperr-Disziplinen. Unbedingt aber muss vorab erst einmal Eines hervorgehoben werden: Eine Woche nach dem erfolgreichen Kampfrichter- Lehrgang in Berlin erproben sich IlkaDag und Stine in ihrer neuen Qualifikation, begleitet vom ‚alten Hasen’ Tino. TCO hat also diesmal gar kein KR-Problem - ein Novum der besonderen Art, ebenso wie für andere Berliner Vereine, die die Gelegenheit nutzten. Traditionell ist der Herbstpokal ein Wettkampf mit Handstoppung, also mit besonderer Verantwortung für die Zeitnehmer, von denen TCO gleich drei stellt. Stine, mit extra aufgelegter Signalfarbe der Hoffnung im Haar, managed wunschgemäß und souverän den Vorstart. Unsere neuen KR, soweit hier schon im Einsatz, haben die Feuerprobe jedenfalls gut bestanden. Und wie sieht’s bei den Wettkämpfer/innen aus? Es geht los mit den 50m FS, die gemäß Ausschreibung von den schon etwas Älteren leider nicht geschwommen werden. Celli, gerade ganz knapp von einer Chorfahrt zurück und mit sehr kurzer Einschwimm-Phase, legt eine Bestzeit vor, die vage Bedenken des Trainers zum konditionellen Zustand der Truppe in eine leicht gespannte Erwartung umschlagen lässt, wie es wohl weiter gehen wird. Sie landet damit erstmals im D/C-Bereich des Bundeskaders, der allerdings für 2014 schon seit dem Sommer feststeht (für uns dennoch eine gültige Orientierungsmarke). Tristan - in seinem allerersten FS-Wettkampf überhaupt - verfehlt nur ganz knapp die D-Normzeit (Landeskader), Tim verbessert sich um fast eine Sekunde auf dieser kurzen Strecke (er landet, knapp oberhalb der D/C-Kaderzeit, auf Platz 3), und Paul bleibt ihm nichts schuldig (Sieg): durchweg Bestzeiten über 50m FS! Bei den anschließenden 100m ST, die lt. Ausschreibung nur von Toni und Flori geschwommen werden, gibt es erstes Pech: Toni läuft die Maske voll und sie verliert Zeit beim Ausblasen (aber es funktioniert diesmal!) – dennoch Sieg in ihrer Altersklasse. Flori, versehentlich mit seiner 100m FS Zeit von den DJM gemeldet, kommt zwar UW nicht annähernd an diese ‚Falschmeldung’ heran, verbessert aber dabei seine ST- Bestzeit von 2012 (!) um anderthalb Sekunden: endlich deutlich unter einer Minute - auch im Hinblick auf sein OT- Talent ein Lichtblick! Das setzt nun endgültig den zunächst verhaltenen Optimismus frei. Und dies zu Recht: Die Knochenstrecke über 200m FS schwimmen alle (immerhin! – eine gute Entscheidung im Reglement dieses Wettkampfes). Celli ist wieder zuerst dran und macht einen Riesen-Satz in ihrer persönlichen Entwicklung: gleich um 25 (!) Sekunden besser, und nun auch in dieser Disziplin ‚locker’ im D-Kader Bereich. Toni verbessert ihre Bestzeit von den DM in Gera um mehr als zwei Sekunden und schafft hier erstmals (und deutlich) die C-Kadernorm - Platz 2! Tristan kämpft mit großem Körpereinsatz, erlebt keinen ‚Einbruch’ und wird belohnt mit seiner ersten D-Kaderzeit (auch der D-Kader 2014 steht eigentlich schon fest, aber anders als beim Bundeskader hat der Landestrainer hier noch etwas Spielraum in seiner Entscheidung). Tim kommt nicht ganz an seine Bestmarke von den DJM heran (immerhin: Platz 4!), Flori verbessert die seine vom Winterpokal leicht, und Paul trumpft auf mit einer Verbesserung um dreieinhalb Sekunden – sein zweiter Sieg des Tages in seiner Altersklasse. Nach der eher kuriosen Einlage über 50m Freistil (ohne Flossen), die Paul und Tim sogar freiwillig außer Konkurrenz absolvieren, um sich mal auszuprobieren (Hut ab!), stehen die 100m FS bevor. Celli verkürzt ihren Abstand zur Schallmauer von einer Minute und bleibt diesmal noch etwas oberhalb ihrer zweiten D/C-Normzeit - aber beides wird sich rasch ändern, wenn wir weiter am Schwimmstil arbeiten. Tristan absolviert diese Strecke in seiner zweiten D- Kader Zeit, was man ja angesichts des 200m Resultats fast schon erwarten konnte – alle Achtung! Tim bleibt mit seiner Zeit im D-Kaderbereich wenn er auch seine Bestzeit von den DJM wieder nicht ganz erreicht, und Paul sichert seine bei den DJM hauchdünn erkämpfte C-Norm Zeit, indem er diesmal gut eine Sekunde Abstand dazwischen bringt. Großer fight mit der einstmals übermächtigen, und auch diesmal sehr starken Konkurrenz auf der Nachbarbahn: Paul fängt Paul quasi beim Anschlag noch ab und ist um zwei Hundertstel früher da - allerdings schwimmt jener die Strecke nur mit seiner Trainings-Mono. Wir werden sehen … Bei der abschließenden Einzeldisziplin über 50m ST (Apnoe) schwimmt Toni trotz lästigem Stirn-Kopfschmerz und einem irritierenden Fehlstart auf der Nachbarbahn ganz in die Nähe ihrer Bestzeit und bestätigt ihre C-Kader Klasse – mit Sieg in ihrer Altersklasse. Die 20-Sekunden Grenze bleibt auch diesmal noch unverletzt, aber das kann bei besseren Bedingungen demnächst Geschichte sein. Tim muss unmittelbar nach seinem 100m Start in dieses Rennen, zweimal rutscht die Maske herunter, und es bleibt ihm nichts übrig als den Versuch abzubrechen. Flori hatte etwas länger Zeit sich zu erholen und zieht das ‚Ding’ durch, bleibt aber unter seiner Bestzeit von den DJM. Als abschließendes highlight kommen die 4x50m Staffeln dran. Celli und Tristan legen in einer mixed Staffel mit zwei Jungs aus Riesa eine Zeit unter 2 Minuten hin (1:58,32), die für Platz 3 reicht und zu der sie ihren Beitrag redlich leisten. Unsere A-Staffel (Toni, Flori, Tim und Paul) erschwimmt mit 1:32,32 min einen neuen Vereinsrekord und Platz 2. Toni schwimmt als Startschwimmerin neue Bestzeit (0:22,41), die anerkennungsfähig wäre aber nicht in der Bilanz erscheint, weil inoffiziell – es wurden nur die 100m-Zwischenzeiten gestoppt. Elf persönliche Bestzeiten plus drei erstmals geschwommene Strecken, drei neue D- Kaderzeiten, eine neue D/C-Zeit, eine neue C-Kaderzeit, fünf Einzelsiege (3x Paul, 2x Toni), ein zweiter (Toni), zwei dritte (Toni, Tim) und drei vierte Plätze (2x Tim, 2x Flori), ein Sieg und ein dritter Platz in der jeweiligen Gesamtkategorie (Paul, Toni) und last not least der neue Vereinsrekord der 4x50m Staffel - eine stolze Bilanz dieses eigentümlichen Wettkampfes! Natürlich: die Leistungen müssen noch bei elektronischer Zeitnahme untermauert werden, aber bei den meisten persönlichen Rekorden hat die Art der Zeitnahme keinen Einfluss auf den Fakt, dass es Bestzeiten sind. Nimmt man die DJM 2013 und den Herbstpokal als Normerfüllung für die DJM 2014, dann sind wir schon bei 25 Starts! Ein großes Dankeschön an unsere Wettkampfrichter-Gilde, die in vorschriftsmäßigem Weiß auch demonstrierte, dass sie den Wettkampf und damit die Leistungen der Sportler/innen ernst nimmt und zum Gelingen beitragen will! Und dies ist ja nun wirklich überzeugend gelungen. Ein lohnender Samstagnachmittag.

Deutsche Meisterschaften in Gera, 31.05.- 02.06.2013

Während vier Berliner Orientierungstaucher/in(nen) der Startgemeinschaft Lichtenberg–Oberspree, unter ihnen vom TCO Flori, bei den gleichzeitig stattfindenden DM am Störitzsee (Teil I) ein kleines Disaster im Sternkurs erleben, hat Toni, ebenfalls Einzelstarterin vom TCO, bei den jahrgangsoffenen DM FS in Gera sechs gelungene Starts und ist insgesamt recht erfolgreich. Qualifiziert für diese Meisterschaften der „Erwachsenen“ hat sich ebenfalls Paul, aber bei ihm klappt es terminlich nicht, und auch Toni kann aus schulischen Gründen erst ab Samstag, dem zweiten Tag der Wettkämpfe, teilnehmen. Die O-Taucher haben noch bei den DM OT Teil II (drei Wochen später in Sandersdorf) die Chance, sich zu rehabilitieren. Wie für Flori und Marcial die DM OT, sind diese FS-Meisterschaften für Toni eine neue Erfahrung. Noch im Vorjahr waren wir dem Rat gefolgt, sie dort nicht von der übermächtigen Konkurrenz „unterpflügen“ zu lassen. Diesmal ist es nach ihren Leistungen im Frühjahr den Versuch wert, und die konsequente Orientierung auf die kurzen Strecken (die Reihenfolge der Wettkämpfe ließ keine vernünftige andere Wahl zu) hat sich vermutlich ausgezahlt. Top-6 bzw. Top-10 Platzierungen in der Wertung ohne Bundesstützpunkte sind hohe und gleichzeitig nicht unrealistische Ziele. Der Reihe nach: Der Samstagvormittag beginnt mit den Vorläufen über 100m FS und endet mit den 200m FS. Vorläufe werden nach eigenen Regeln zusammengestellt, und wir rechnen damit, dass Toni allen vorweg schwimmen muss, um ihre Zeit nach Hause zu bringen. Das tritt dann nicht ein: Anne Eisenberg auf der Nachbarbahn schlägt vier Hundertstel früher an. Das Erreichen des B-Finales war eine Vision, die hier zwar nicht ins Reich der Phantasie gehörte, aber auch nicht ernsthaft als Zielstellung angepeilt werden konnte. Toni erreicht (nach kurzer Unsicherheit durch Fehlstart auf der anderen Nachbarbahn) ihre zweitbeste Zeit und damit Platz 8 in der Wertung ohne Bundesstützpunkte (Platz 20 im Gesamtklassement). Ihr 200m-Lauf ist von den Meldezeiten her eigentlich stärker besetzt, aber sie muss auf dieser ‚brutalstmöglichen’ Strecke quasi allein gegen die Uhr schwimmen. Es gelingt ihr dennoch, sich um mehr als eine Sekunde zu verbessern! Platz 9 ohne BSP (Platz 20 gesamt). Am Samstagnachmittag sind zuerst die Vorläufe zu den 50m ST (Apnoe) dran, und es folgen die 800m FS. Hier haben wir natürlich voll auf die kurze Strecke fokussiert, denn die Teilnahme am B-Finale läge hier, wenn alles stimmt, nicht außerhalb des Denkbaren. Toni erreicht bis auf 7 Hundertstel ihre Bestmarke von den DJM – und verfehlt die Teilnahme am B-Finale nur um zwei Hundertstel – Platz 7 (17). Eine hervorragende Leistung, auch wenn man sich natürlich zwei Hundertstel weniger gewünscht hätte – die auf dem Startblock bleiben, weil der Starter das Signal sehr verzögert gibt. Für die 800m FS lautet die Devise: „Mitschwimmen“ und Erfahrung sammeln, was auf unerwartete Weise geschieht: Die defekte Badekappe muss ersetzt werden und die neue ist zu glatt, die Arme rutschen ab, es gibt 800m lang keinen Moment der Entspannung in der Schulterpartie. Das drückt die Endzeit, wo noch Luft ist nach oben: Platz 8 (14). Zu Buche schlagen eine Verbesserung – und Erfahrung auf dieser Strecke, die Toni (auf der Randbahn) diesmal auch zu schnell angeht, verleitet durch die Nachbarin. Der Sonntagvormittag bringt die 100m ST und die 400m FS. Wieder volle Konzentration auf die Sprintstrecke, ihre Schokoladendisziplin, und dies sehr zu Recht: Toni verbessert sich sensationell, um fast anderthalb Sekunden, schwimmt damit ihre erste 0:48er Zeit – und dies gleich nahe der 0:47er Grenze! Sie gewinnt ihren Lauf souverän und landet ihre erste Top-6 Platzierung: Platz 5 (14) mit einer Hundertstel Abstand – diesmal zu ihren Gunsten … schade, dass es hier keine Finals gibt und die Kontrahentinnen nicht direkt gegeneinander schwimmen. Bei den 400m FS gilt wieder: „Möglichst gut mitschwimmen“ - es wäre kontraproduktiv, die Sprintstärke zu untergraben indem man beim Einschwimmen (vor beiden Disziplinen, aber eben unmittelbar vor den Sprints) ein 400er Renntempo ‚einprogrammiert’. Sprint heißt: Renntempo „supermax“ ohne Kompromiss! Die längeren Strecken müssen bei diesen DM in den Hintergrund treten. Toni startet im ersten Lauf, muss ihr Rennen ohne ernsthafte Konkurrenz gestalten, und erreicht in ihrer zweitbesten Zeit Platz 6 in der Wertung ohne BSP (Platz 13 gesamt)! Drei persönliche Bestzeiten und drei zweitbeste Zeiten, zwei Top-6 und weitere vier Top-10 Platzierungen in der Wertung ohne BSP, und außerdem einmal nur extrem knapp am (B-)Finale vorbei – ein respektables Ergebnis des ersten Auftritts von Toni im Feld der besten deutschen Finswimmerinnen, das den Einsatz und die (auch in ihrem Interesse nicht leichte) Entscheidung voll rechtfertigte, sie diesmal noch nicht auf die DM OT zu orientieren! Großer Dank wieder an René, der seine schnelle Tochter begleitet und betreut hat und dadurch absicherte, dass wir mit dem ungünstigen terminlichen Zusammenfallen zweier Deutscher Meisterschaften zurechtkamen!

8. Weltcup, Runde 4 in Gliwice, Polen, 18.-19.05.2013

Seit vielen Jahren wieder einmal erscheint der TCO auf internationalem Parkett, zusammen mit ca. 40 Teams aus mindestens 10 Ländern und drei Kontinenten, von Kolumbien bis Tunesien - natürlich mit Schwerpunkt Europa. Ein Wettkampf zum ‚Angewöhnen’ und Erfahrung sammeln, sowohl für Toni als unsere Starterin als auch für ihren „Mannschafts“-Leiter. Das Fazit gleich vorab: trotz gesundheitlichem Handicap ein recht ermutigender – und fast überfälliger - Auftritt! Andere Vereine haben weniger Hemmung, ihre Sportler/innen ins Feuer zu schicken. Der ADAC zeigt sich von freundlich-inkompetenter Seite: Kostenloses Kartenmaterial, aber eine bescheuerte Fahrtroute über die Dörfer und Görlitz, die mindestens eine Stunde zusätzlich kostet. Immerhin: der Hinweis auf eine Maut-Strecke. Nahe Gliwice, wo sich der ADAC-Tourenplaner mit ‚zielführender’ Information sehr zurückhält, dann das Problem recht spärlicher Beschilderung. Ahnungslos wie wir sind, müssen wir an einer Tanke um Rat fragen, bekommen diesen gratis und freundlich, erwerben einen Stadtplan zum Normalpreis, und finden dann ziemlich direkt zum Hotel. Dieses zeigt sich von gediegener Qualität, trotz moderater Kosten für Vollpension - mit sehr reichhaltigem Buffet. Auch den Weg zum Ort des Geschehens finden wir schließlich, und hier erneut eine angenehme Überraschung: Tolle Schwimmhalle mit 10 Bahnen (von denen 8 im Wettkampf genutzt werden) im „OLYMPICZK“ Sportpark. Unproblematische Registrierung vor Ort - wenn man etwas Geduld mitbringt. Einen Wettkampfausweis will man gar nicht sehen, schaut eher etwas verwundert drein als er vorgelegt wird, um die CMAS-Startlizenz für Toni zu dokumentieren. Das lief alles im Vorfeld elektronisch über die Bühne. Im Stadtbild Video-Clips, die auf den Wettkampf hinweisen und wohl auch Zuschauer anziehen. Erst bei der Rückreise, und eher zufällig, finden wir die Fahrtroute, die der ADAC gemeint haben könnte … Zum Wettkampf selbst: Beim Training am Freitag feilen wir noch etwas an der Technik, insbesondere dem explosiven Startsprung und dem aktiven Anschlag (schneller, kräftiger Armzug im richtigen Moment). Das könnte sich durchaus gelohnt haben, wenn auch nicht im Einzelnen nachweisbar. Der erste Wettkampftag beginnt mit den 50m ST (Apnoe), und Toni bringt die Strecke, noch Erkältungs-geschwächt, in ihrer zweitbesten Zeit hinter sich. In der Meldeliste noch auf Platz 31, schiebt sie sich auf Platz 24 vor (von 40 Starterinnen in der Wertung), bekommt aber nur einen Weltcup-Punkt für den erfolgreichen Start gutgeschrieben (ab Platz 23 aufwärts gibt es mehr, bis hin zu 50 Punkten für Gold). Nicht ganz das, was sie sich wünschte, aber besondere Probleme mit dem Druckausgleich hat Toni noch nicht. Die treten beim Einschwimmen am Nachtmittag in Form eines stechenden Schmerzes in der Stirnhöhle zutage; wir brechen ab. Da die 100m ST, ihr zweiter Wettkampf, erst abends stattfinden, bleibt etwas Zeit zu reagieren. Nach Beratung mit dem Bundestrainer bekommt sie reichlich Vitamin-C, eine Dosis Multivitamin, und einen Infekthemmer auf pflanzlicher Basis, um ihr auf etwas längere Sicht zu helfen. Dass ihr Nasenspray verschrieben wurde, begeistert ihn nicht gerade – aber wir haben das nun mal bereits angewendet, um die Schleimhäute abzuschwellen. Es ist keine bedrohliche Situation, und wir riskieren den Start. Toni schwimmt ihre drittbeste Zeit und holt mit Platz 15 (von 29 Starterinnen in der Wertung) 12 Weltcup-Punkte. Der Schmerz in der Stirnhöhle veranlasst uns jedoch, sie für die 400m ST am späteren Abend aus dem Rennen zu nehmen. Beide Bundestrainer (FS & OT) und beide Trainer am Berliner Bundesstützpunkt sind vor Ort und halten diese bedauerliche Entscheidung für richtig – obwohl sie eine (leicht verdiente) Bronzemedaille ausschlägt. Die Strecke war nachträglich ausgeschrieben worden, um Sportler/innen, vor allem aus Deutschland, noch eine Chance zur Qualifizierung für bevorstehende internationale Meisterschaften zu geben. Erst beim abendlichen Bier im Hotel ist zufällig die Rede davon (die Entscheidung war nicht ausreichend kommuniziert worden), und es gelingt am Wettkampfmorgen nach etwas Diskussion mit dem Veranstalter noch (auch ohne die angebotene Unterstützung des Bundestrainers in Anspruch zu nehmen - man will ja nicht allzu unbeholfen daherkommen), Toni nachträglich zu melden – als Dritte im Bunde bei den Damen. Immerhin hatte sie nicht gezuckt, Freitagabend zu sagen „ja, ich schwimme die 400 ST“, als sie mit dieser Möglichkeit konfrontiert wurde. Das hat ihr durchaus Sympathie eingebracht, denn ich hatte zuvor etwas skeptisch auf die noch nicht überstandene Erkältung hingewiesen. Ihre Abmeldung kurz vor dem Start geschieht unproblematisch, kein Hauch von Vorwurf über das „Hin-und-Her“ (auf dem Display erscheint sie bei der Siegerehrung noch, und diesmal als „Antonia“ - nachdem sie in der Startliste „Antonina“ war). Man soll niemals „nie“ sagen. Keiner konnte die sich überraschend ergebende Möglichkeit vorhersehen, und dass Toni sie nicht beim Schopfe packen konnte, ist schade, aber sie hat nicht eine Sekunde gezögert, es zu wollen. Man muss natürlich anerkennen, wenn etwas einfach nicht geht. Der zweite Wettkampftag steht unter einem deutlich besseren Stern für Toni. Die UW-Disziplinen sind vorbei, der Stirnkopfschmerz hat deutlich nachgelassen, und sie fühlt sich auch besser. Vielleicht hat ihr der Vitaminschub geholfen, wieder besser zu Kräften zu kommen. Drei Strecken darf jeder Teilnehmer innerhalb des Wettbewerbs schwimmen, und die dritte für Toni sind die 100m FS. Sie erfüllt sich den Traum souverän, die 50-Sekunden-Grenze zu knacken, und verbessert sich um fast eine ganze Sekunde gegenüber der schon sehr guten Zeit bei den DJM. Das bringt ihr Platz 19 (von 39 Starterinnen in der Wertung) und weitere 6 Weltcup-Punkte ein – insgesamt also 19. Dies ist schon mal mehr als die drei Punkte, die etliche Teilnehmer/innen der Finswimming-Wettbewerbe mit nach Hause nehmen (außerdem gibt es etwas absurde Bi-fins Läufe mit handelsüblichen Gummiflossen). Beim Einschwimmen hatten wir uns bereits auf die 400m FS konzentriert, die Toni außer Konkurrenz schwimmt. Nach kurzer Abwägung des unter den gegebenen Umständen Möglichen visieren wir eine Zeit von 4:04 min an und ‚speichern’ das entsprechende „Renntempo“ durch eine kurze Serie von 100m-Strecken in 1:01 min ‚ein’. Toni schwimmt ein wunderbar gleichmäßiges Rennen, in ihrem Lauf allen voran quasi allein gegen die Uhr, und fast auf den Punkt genau! Erstmalig C-Kader Norm auf dieser Strecke für sie. Das sind zwei sehr schöne Bestleistungen an diesem Vormittag, an dem sie ihre Leistungsstärke halbwegs ausspielen kann. Auf der zweiten Strecke außer Konkurrenz am Nachmittag, den 50m FS, lässt die Kraft aber wieder nach. Toni könnte hier die B-Normzeit angreifen, aber es gelingt an diesem Tag noch nicht – zweitbeste persönliche Leistung. Neben dem Ergebnis, dass Toni’s Name nun in internationalen Listen geführt wird, und zwar unter unserem Vereinslabel, war die kameradschaftliche Atmosphäre bemerkenswert, in der niemand auf den anderen herabschaut. Dank an Bundestrainer Lutz Riemann, der sich auch um die Gesundheit einer Sportlerin bemüht, die noch nicht im Bereich der Nationalmannschafts-Kader schwimmt. Er war kaum bereit, ein Dankeswort dafür anzunehmen, geschweige denn Medikamente bezahlt zu bekommen, die ihm auch nicht geschenkt werden. Übrigens: Genf liegt in erreichbarer Entfernung — Weltcup-Finale im September . . . Mit zwei TCO-Teilnehmern?!?

Deutsche Jugend-Meisterschaften in Rostock, 10.-12.05.2013

Starker Auftritt des TCO bei den Deutschen Jugend- und Junioren-Meisterschaften (25 gelungene Starts), und der erfolgreichste Wettkampf in der jüngeren Vereinsgeschichte! Nachdem er im vergangenen Jahr wegen Krankheit ausfiel und seine Titel nicht verteidigen konnte, nimmt Paul nach nahezu idealer Vorbereitung (Trainingslager, neue Monoflosse) die Gelegenheit zur Revanche wahr und nutzt seine Chance der Altersklassen-Einteilung (2000/2001): sechsfacher Deutscher Meister bei insgesamt 8 Starts - und alle diese Siege hochkarätig, erstmals in C-Kader Zeit (drei denkbar knapp, drei sicherer). Nach gerade überstandenem Prüfungsstress und Krankheit bis kurz vor dem Wettkampf bestätigt Toni trotz nichtmal ‚suboptimaler’ Vorbereitung ihre C-Kader Klasse in allen vier Disziplinen, in denen sie diese Norm bisher erfüllt hat, bei zweien davon mit deutlicher Verbesserung.  Bei zwei bisherigen D/C- Disziplinen schiebt sie sich weiter vor in die Nähe der C-Kader Norm. Trotz sehr hoher Leistungsdichte in ihrem Altersbereich (sie muss in diesem Jahr außerdem gegen die ein Jahr Älteren antreten; 1996/97), gelingen ihr sechs top-ten Platzierungen (1x 7., 2x 8., 3x 10. Platz), und in der inoffiziellen Jahrgangswertung 1997 landet sie zweimal auf Platz 4, dreimal auf Platz 5 und einmal auf Platz 6. Bei Tim scheint der Knoten jetzt geplatzt zu sein: Er rechtfertigt das Risiko der Startmeldung in drei Disziplinen und schwimmt bei insgesamt fünf Starts dreimal D-Kader Zeiten. Damit ist er erstmalig im Landeskader-Bereich (für 2014) gelandet!  Celli tut es ihm gleich und absolviert zwei von ihren insgesamt drei Starts in D-Kader Zeit (für die 50m DTG gibt es noch keine Kaderzeiten). Sie ist sogar schon unterwegs in Richtung D/C-Norm! Beide haben die Gelegenheit gut genutzt, sich in Lindow gezielt auf die DJM vorzubereiten. Flori startet wegen der Abschlussprüfungen völlig ohne Vorbereitung und schafft den Sprung in den D-Bereich noch nicht, liefert aber bei zwei seiner vier Starts persönliche Bestzeiten ab.  Damit haben wir 2014 (bisher natürlich inoffiziell) insgesamt je zwei Sportler/innen im Bundeskader C und zwei im Landeskader (D). Toni eröffnet den Reigen und legt über 50m ST (Apnoe) eine neue Bestzeit vor, die es in sich hat: 0:20,61 min. Der Abstand zur B-Norm (0:19,30 min) ist noch deutlich, aber er schmilzt! Auch Flori verbessert sich um gut eine Sekunde und verfehlt die D-Kaderzeit nur um 22 Hundertstel. Tim macht bei seinem zweiten Start auf dieser Strecke gleich einen Satz von fast fünf Sekunden nach vorn und schafft knapp die D-Normzeit (er ist um acht Hundertstel besser). Jahrgang 2000 und jünger müssen über 50m ST noch eine Druckluftflasche mitnehmen,  und Celli meistert die Strecke in einer D-Norm-reifen Zeit – sofern es da schon eine Normzeit gäbe. Paul ist nervös und springt zu früh ins Wasser – Disqualifikation und Tränen L … er hätte den Start auch verpennen können, es wäre trotzdem Gold geworden: inoffiziell hat er ebenfalls eine 20er Zeit, die aber natürlich nicht im Protokoll auftaucht. Nach den anschließenden stundenlangen, ermüdenden 1.500m Läufen, bei denen von uns niemand im Rennen ist, gibt es dann bei den darauf folgenden 400m ST gleich wieder Tränen: Toni hat Startpech und taucht nach 25m verzweifelt auf. Paul als unser zweiter Starter schwimmt diese Strecke zum zweiten Mal im Wettkampf, und nun klappt es hervorragend: Er überspringt gleich die D/C-Stufe und gewinnt Gold in sicherer C-Normzeit. Ein durchwachsener erster Tag, der aber viel verspricht für diese Meisterschaft. Der zweite Wettkampftag beginnt mit den gefürchteten 200m FS. Toni legt vor und verbessert ihre D/C Zeit um mehr als eine Sekunde. Paul zieht nach und überspringt auch hier die D/C-Stufe: Gold in C-Kader Zeit (neun Hundertstel besser als die Norm) – bei einer persönlichen Verbesserung um mehr als 13 (!) Sekunden. Flori kann seine Bestzeit nicht ganz erreichen, aber Tim macht auch hier einen weiten Satz um knapp 10 Sekunden nach vorn gegenüber seiner Bestzeit aus dem vergangenen Jahr. Zur D-Normzeit bleibt bei ihm noch ein Abstand von knapp 4 Sekunden. Die anschließenden 800m ST haben wir leider nicht besetzt, und es folgen für alle fünf TCO-Starter/innen die 50m FS. Für Toni stehen 0:22,94 min im Protokoll, obwohl wir übereinstimmend 0:22,23 min gesehen und gestoppt hatten, die aber einer anderen Bahn zugeordnet werden. Eine inoffizielle Überprüfung bringt keine für uns befriedigende Lösung, wir müssen das also so hinnehmen (ein offizieller Einspruch wäre sinnlos). Jedenfalls schmilzt auch hier Toni’s Abstand zur B-Norm (0:21,20 min). Celli liefert eine Glanzleistung ab und verfehlt die D/C- Normzeit nur um 19 Hundertstel. Flori verbessert sich weiter und hat nun nur noch 27 Hundertstel Abstand zu seiner D-Schallmauer. Tim landet sicher im D-Kader Bereich, bei einer Verbesserung um zwei Sekunden, und schließlich macht Paul den Sack zu und holt sein drittes Gold in denkbar knapp erfüllter C-Normzeit (drei Hundertstel besser).  Der Nachmittag bringt für Toni ihren ersten Wettkampf-Start über 800m FS, und sie erledigt ihn in guter D-Kader Zeit, mit etwas Luft zur D/C Schwelle. Ihr Kommentar danach: „da geht noch mehr“. Unser zweiter Starter, Paul, hat bereits mehr Erfahrung in der Einteilung eines solchen Rennens - und die ganze Zeit über einen (etwas älteren) Schwimmer vor der Nase, der ihn zu einem starken Finale veranlasst: erneut Gold in C-Normzeit (mit gut einer Sekunde Luft). Ohne den fight wäre es wohl nix geworden mit der C-Norm, aber Gold in seiner Altersklasse war sicher und verdient (er überspringt gleich die D- und D/C-Kader-Stufen). Nach dieser Disziplin kommen als krönender Abschluss des zweiten Wettkampftages die 100m FS dran. Ladies wie immer first, springt Toni wieder als erste ins Becken und verlässt es nach gut 50 Sekunden mit einer halben Sekunde Verbesserung, die sie ihrer inneren Schallmauer (0:50,00 min) um fast die Hälfte näher bringt. Celli schafft hier ihre zweite D-Kaderzeit und verbessert sich dabei um fast sechs Sekunden. Dasselbe gelingt Tim, der erstmals deutlich unter einer Minute schwimmt. Flori verfehlt seine Bestzeit knapp, aber Paul ist wieder im Goldrausch. Ihm kommt zugute, dass sein engster Konkurrent, Robert Golenia aus Plauen, auf der Bahn neben ihm schwimmt (Dank an die Ausrichter, die nach später Reklamation noch die Startliste korrigierten). Beide steigern sich enorm und erreichen sagenhafte 49er Zeiten; Paul holt sein fünftes Gold – wieder in denkbar knapp erfüllter C-Normzeit (sechs Hundertstel). Sehr schöne Geste am Rande: Beide Jungs kommen gemeinsam zurück, empfangen Glückwünsche von der Tribüne und freuen sich über ihre phantastische Leistung. Am letzten Wettkampftag schwimmt Toni die 100m ST, eine ihrer ‚Schokoladenstrecken’, zum zweiten Mal unter 50 Sekunden. Flori musste wegen der Schule schon am Abend zuvor abreisen, aber Tim bringt sich mit seiner um mehr als sieben Sekunden verbesserten Bestzeit auch hier nahe an die 1-min-Grenze (zur D-Normzeit ist noch etwas mehr Abstand). Paul ereilt das Startpech, das Toni am ersten Tag hatte, und er gibt nach 60m entnervt auf (man denkt automatisch , er hätte keine Luft mehr in der Flasche, und schaut seinen Mannschaftsleiter vorwurfvoll an L - der dies aber überprüft hatte und sich nur fragt, ob die Flasche aufgedreht war). Aber wie am ersten Tag gibt das Wettkampfprogramm noch ein Trostpflaster her: Es folgen die 400m FS. Toni verbessert auch hier ihre D/C-Zeit und verkürzt den Abstand zur C-Norm um fast die Hälfte. Unser zweiter Starter ist wieder Paul, und er krönt seine Gold- Sammlung um ein weiteres Stück – wieder in C-Normzeit, diesmal mit sicherem Abstand.  Fazit: 19 (!) persönliche Bestzeiten, plus zwei auf erstmalig geschwommenen Strecken, sechsmal Gold mit sechs neuen C-Norm- sowie sechs neue D-Norm-Erfüllungen. Der Wechsel zur Wettkampf-Mono, der bei Toni vor knapp einem Jahr den erwarteten Leistungsschub brachte (und Chancengleichheit herstellte), hat sich bei Paul ebenso ausgezahlt. Sechs weitere Qualifikationen zu den DM FS in Gera schlagen zu Buche, bei denen der TCO nun auf 12 Starts käme - sofern wir dies alles wahrnehmen wollen. Ein rundherum gelungener Auftritt des Vereins, vor allem auch angesichts der sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen unserer Wettkämpfer/innen.  Aber zum Schluss nun doch noch etwas Manöverkritik: Zwei der drei misslungenen Starts (ST mit DTG) weisen auf ein Defizit in der taucherischen cleverness unserer Finswimmer/innen hin: Thema Maske ausblasen. Natürlich leicht gesagt, wenn man gerade im Begriff war, Bestleistung zu liefern und einem dann nicht nur die Maske voll läuft, sondern auch momentan klar wird, dass es nix mehr wird mit Bestleistung. Da ist dann noch eine andere Qualität gefragt, die in unterschiedlicher Stärke vorhanden ist: der unbedingte Wille, die Disziplin zu Ende zu bringen. Ggf. die Luftdusche am Regler betätigen, Ruhe hinein und das Wasser aus der Maske bringen. Da haben wir noch zu tun. Felix Rücker vom Nachbarverein (BTSC) schwimmt die 50m Apnoe mit voll gelaufener Maske fast durch und gibt dann nur auf, weil er nicht mehr weiß wo er ist und keinen anderen Starter behindern will. Julia Windoffer (oder Lucia McConnell) vom selben Verein reißt vor dem Start das Maskenband, und sie bringt die Disziplin (ich glaube die 100m ST) ohne Maske hinter sich. … Da werden Unterschiede sichtbar.  Etwas blamabel aber vor allem die Tatsache der noch immer nicht zur Verfügung stehenden einheitlichen Vereins-T- Shirts, die die grauen Dinger endlich in das Reich der Vergangenheit verbannen sollten. Auch das hat sich der Trainer und Mannschaftsleiter anzukreiden, und er tut es. Das Interesse der Eltern, ihre Anwesenheit vor Ort, und die allseitige Unterstützung durch sie waren wieder einmal ein wesentliches Element unseres Auftritts in Rostock. Danke, Danke, Danke – Ilka, Ina, Jana, Dag, René, Robert, Steffen! (In alphabetischer Reihenfolge bei politisch korrektem Gender- Mainstreaming   ;-)
11 persönliche Bestzeiten 3 erstmals geschwommene Strecken 3 neue D- Kaderzeiten eine neue D/C-Zeit eine neue C-Kaderzeit neuer Vereinsrekord der 4x50m Staffel 
Antonia vorher Antonia nachher
3 persönliche Bestzeiten 3 zweitbeste Zeiten 2 Top-6 und 4 Top-10 Platzierungen in der Wertung ohne BSP
19 (!) persönliche Bestzeiten plus 2 auf erstmals geschwommene Strecken 6 Mal Gold mit 6 neuen C-Norm- sowie 6 neuen D-Norm-Erfüllungen
Persönliche Bestzeiten 2013 Stand nach dem Sprintpokal